Eva-Maria Dichtl

Jobmentoring bei ArrivalAid

Wie bist du zu ArrivalAid gekommen?

Ich habe vor etwas über einem Jahr angefangen nach Organisationen zu suchen, bei denen man sich ehrenamtlich einbringen kann. Da bin ich ziemlich schnell auf ArrivalAid und das Job-Mentoring-Programm gestoßen. Zu diesem Zeitpunkt war gerade eine Einstiegsschulung für Ehrenamtliche geplant, bei der ich kurzfristig mitgemacht habe. Der Einstieg ging schnell und war sehr unkompliziert. 

 

Hast du uns über ein Ehrenamtsportal gefunden?

Nein, ich habe einfach recherchiert und bin dann im Internet auf euch gestoßen.

 

Warum engagierst du dich generell ehrenamtlich? Warum bei ArrivalAid?

Generell, weil ich mich abgesehen von dem, was ich täglich in meinem Beruf mache, in der Gesellschaft einbringen wollte, und zwar in Bereichen, wo ich auf bestehende Probleme positiv Einfluss nehmen kann. Vor allem aus der Position heraus, dass es mir selbst gut geht und an nichts mangelt, war es mir ein Bedürfnis, mich zu engagieren.

Ich hatte im Jahr zuvor mein Studium abgeschlossen und einen festen Job begonnen. Aus dieser Situation schien es mir sinnvoll, mich dauerhaft zu engagieren. Ich habe dann nach Dingen gesucht, bei denen es Bedarf an Ehrenamtlichen gibt und bei denen ich mich mit meinem Hintergrund sinnvoll einbringen kann. Die Arbeit mit Geflüchteten schien mir da naheliegend.

Das Job-Mentoring-Programm im Speziellen fand ich sinnvoll, weil der Zugang zum Arbeitsmarkt so wichtig für die Integration von Geflüchteten ist. Nachdem ich selbst erst vor kurzem eine Jobsuche hinter mir habe, kenne ich die Prozeduren und weiß in etwa wie die Bewerbungsprozesse ablaufen. Ich kann so Arbeitssuchenden gezielt unter die Arme greifen. 

 

Wie viele Stunden engagierst du dich? 

Das ist ganz unterschiedlich. Das geht von 5 Stunden in der Woche bis zu 5 Stunden im Monat, je nach Bedarf.

 

Geht das dann auch nach deiner Zeit oder mehr nach dem Bedarf der Geflüchteten?

In der Regel richte ich mich nach den Geflüchteten, ich kann es eigentlich immer spontan einrichten. Allerdings ist es für mich am besten, mich abends oder spät nachmittags zu treffen, das ist aber für die meisten kein Problem.

 

Hast du ein Ereignis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Was ich immer schön finde, ist meine Mentees am Anfang kennenzulernen. Bis jetzt bestand meistens eine Sprachbarriere, dadurch war die Kommunikation oft anfangs ein wenig holprig. Gerade wenn das schwieriger ist, macht es mir total Spaß, den Charakter und die Art einer Person herauszufinden und den Hintergrund zum einen und zum anderen die Stärken und Talente zu erfahren.

Ein tolles Ereignis mit ArrivalAid war für mich auch das Kochevent mit Plant-a-Talent im Soulmade Hotel. Dabei habe ich viele neue und interessante Leute (sowohl Mentoren als auch Mentees) kennengelernt und viel über die einzelnen Personen erfahren. Das war ein schöner Abend, wir haben gut gegessen und viel gelacht!

 

Würdest du anderen auch empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren? Generell und bei ArrivalAid im Speziellen?

Ja, generell würde ich es auf jeden Fall jedem empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es werden immer Leute gebraucht, die sich ein bisschen einbringen und es gibt großen Bedarf an Ehrenamtlichen in den verschiedensten Bereichen. Es macht außerdem Spaß und man hat selbst sehr viel davon. Insofern würde ich das jedem empfehlen. 

Auch ArrivalAid im Speziellen kann ich wärmstens empfehlen, denn es herrscht hier wie ich finde eine gelungene Mischung aus Professionalität und Unkompliziertheit. Zum Beispiel der Internetauftritt: Ich habe alles sofort erfahren und es war unkompliziert an Informationen zu kommen, als ich mich entschlossen habe mitzumachen. Gleichzeitig war es aber auch sehr entspannt einfach einzusteigen und mitzumachen. Alle Leute sind total nett und das Team ist eine coole, herzliche Truppe. Jede(r) freut sich, dass man mitmacht und hat aber gleichzeitig auch Verständnis, wenn man z. B. zeitlich mal eingeschränkt ist. Insofern kann ich es jedem nur empfehlen!

 

Du hast gesagt, du engagierst dich auch, um etwas in die Gesellschaft einzubringen. Bringt dir das Engagement auch auf persönlicher Ebene etwas?

Definitiv. Gerade uns in Deutschland geht es ja unterm Strich extrem gut. Ich zum Beispiel bin sehr privilegiert aufgewachsen: Ich konnte alle Freiheiten genießen, Schule, studieren, Reisen. Ich hatte eine unterstützende Familie und ein stabiles politisches und soziales Umfeld. Vor dem Hintergrund, dass dieses unverschuldete Glück im globalen Vergleich ein absoluter Ausnahmefall ist, tut es ganz gut, zumindest ab und zu das Gefühl zu haben, Anderen aktiv bei einer Sache zu helfen. Darüber hinaus lernt man viele verschiedene interessante Leute kennen und profitiert von der Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Ländern, weil man viele neue Dinge erfährt und neue Perspektiven kennenlernt. Wenn das dann auch zu etwas Gutem führt, wie z. B., jemandem den Bewerbungsprozess zu erleichtern, dann ist das ein gutes Gefühl. Ganz abgesehen davon macht die Zusammenarbeit mit den Mentees und den Leuten von ArrivalAid einfach Spaß!